++ Soziale & Ökologische Bedeutung der Kleingärten ++ Schadensbegrenzung ++ Entschädigung & Ausgleich ++ Wie geht es weiter?
Der erweiterte Vorstand des Kleingärtnervereins Kiel-Gaarden Süd erklärt im Zusammenhang mit den Planungen für einen neuen Busbetriebshof:
Wir verstehen die Notwendigkeit eines neuen Busbetriebshofes im Zuge der Erweiterung des ÖPNV-Angebotes in Kiel. Eine Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs ist ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige und zukunftsfähige Stadtentwicklung für alle.
Soziale und Ökologische Bedeutung der Kleingärten
Der Bereich, in dem gebaut werden soll, ist derzeit gut verpachtet, liegt zentral in Gaarden und ist besonders für ältere Pächterinnen und Pächter sowie Familien mit Kindern gut erreichbar. Gerade diese zentrale Lage macht die Anlage zu einem wichtigen sozialen Treffpunkt.
Kleingärten sind weit mehr als nur Freizeitflächen. Sie sind Orte des sozialen Lebens, der Gemeinschaft und der Nachbarschaft. Sie bieten Familien Raum zur Naherholung, Kindern Naturerfahrungen, älteren Menschen einen Rückzugsort und vielen Mitgliedern eine „kleine Heimat“. Sie fördern Gesundheit, Selbstversorgung mit eigenem Gemüse und Obst, Naturschutz und lebendiges Vereinsleben. Für viele sind sie mit persönlichen Erinnerungen und jahrzehntelanger Verbundenheit verknüpft. Auch für das Stadtklima spielen sie als Teil des Grüngürtels eine wichtige Rolle, indem sie die Stadt in den durch den Klimawandel immer heißeren Sommern kühlen.
Schadensbegrenzung
Der drohende Verlust von rund 60 Gärten steht exemplarisch für eine Entwicklung in Kiel, bei der in den vergangenen Jahrzehnten wiederholt große Kleingartenflächen mit hunderten Gärten durch Baumaßnahmen verloren gegangen sind. Diese kontinuierliche Reduzierung von Grünflächen erfüllt uns mit großer Sorge und darf nicht einfach hingenommen werden.
Deshalb muss das Ziel sein, so wenige Parzellen wie möglich in Anspruch zu nehmen. Jeder einzelne verlorene Garten bedeutet einen tiefen Einschnitt für die betroffenen Pächterinnen und Pächter und schwächt die gewachsene Vereinsstruktur. Deshalb fordern wir die Stadt auf, alle Optionen zu prüfen, die platzsparende Bauweisen beinhalten und eine möglichst geringe Flächenversiegelung gewährleisten. Der Schutz bestehender Grünflächen muss bei allen Planungen höchste Priorität haben.
Entschädigung und Ausgleich
Die Pächterinnen und Pächter der Gärten, die verloren gehen, müssen angemessen entschädigt werden. Hierzu zählen sowohl materielle Investitionen als auch der ideelle Wert langjähriger gärtnerischer Arbeit.
Um alten und neuen Pächterinnen und Pächtern auf Ersatz- und Neuparzellen in der Nähe eine kleingärtnerische Zukunft zu bieten, benötigt der Verein eine Finanzierung durch die Stadt. Diese beinhaltet, über die Zahl der verlorenen Gärten hinaus, das Säubern und Herrichten aktuell brachliegender Parzellen, inklusive einer angemessenen Laube und Pflanzengutscheinen.
Die Gärten müssen fachgerecht, ordnungsgemäß und im Sinne des Kleingartenwesens in enger Zusammenarbeit mit dem Vorstand und der Fachberatung aufgearbeitet werden.
Darüber hinaus setzen wir uns für die Entwicklung neuer Kleingärten auf derzeit versiegelten Flächen in der Stadt ein. Im Zuge zunehmender Wohnbebauung – insbesondere im Stadtteil Gaarden – steigt der Bedarf an wohnortnahen Parzellen deutlich.
Wie geht es weiter?
Wir lassen die betroffenen Pächterinnen und Pächter nicht allein. Der erweiterte Vorstand steht geschlossen an ihrer Seite und wird sich mit Nachdruck für tragfähige Perspektiven, faire Lösungen und den Erhalt möglichst vieler Parzellen einsetzen.
Der erweiterte Vorstand wird den weiteren Prozess konstruktiv begleiten und zugleich die Interessen seiner Mitglieder entschlossen vertreten.
Weiterführende Information auf den Seiten der Landeshauptstadt Kiel: